Gründen im Bestand
Wo Großbohrgeräte nicht hingelangen
Kaum eine Großbaustelle kommt ohne die Kolosse aus Stahl aus. Denn Großbohrgeräte trumpfen mit hoher Kraft selbst im tiefsten Erdreich. Doch manchmal stossen auch diese an Ihre Grenzen. So etwa beim derzeitigen Erweiterungsbau der
Rudolf-Koch Schule in Offenbach.
Hier stellte sich die Aufgabe in einer engen Rampenabfahrt neue Pfähle bis in eine Tiefe von ca. 20 m Tiefe einzubringen. Eigentlich keine besondere Herausforderung für Großbohrgeräte. Doch wegen ihres hohen Gewichts, dem resultierendem Druck auf vorhandene Bauwerke, kamen diese nicht in Frage. Als sich auch noch der Bewegungsraum als viel zu klein herausstellte, mußte eine zuverlässige Alternative her.
Eine Lösung fand sich schnell. Ein Freireiterbohrgerät an einem Mobilbagger erreichte dank grösserer Ausladung souverän alle Bohrpunkte in 4,50 Meter Entfernung. Mittels einer Erdbohrschnecke wurde Stück für Stück das Bohrschneckengestänge etwa 20 m tief in den Boden eingebracht. Nach Einbau des Gewistabes wurde das Gestänge unter Überdruck einer Zementsuspension gezogen, um später zusätzlich verpresst zu werden.
An einer anderen Stelle zeigte sich das Vorantreiben der Gewipfähle noch deutlich schwieriger. Denn hier musste der Mobilbagger über eine vorhandene Betondecke mit eingeschränkter Tragkraft zu verschiedenen Bohrpunkten gelangen. Um die Tragfähigkeit der Betondecke zu erhöhen wurde diese aufwendig mit starken Stahlplatten und zusätzlichen Stützen unterfangen. An den Bohrpunkten musste die Bohrschnecke durch vorab aufgebrochene Deckenöffnungen hindurch geführt werden. Erst dann konnte in dem darunterliegendem Kellerboden und nach einer zusätzlichen Kernbohrung, der Gewipfahl eingebracht werden.
Die Bohrarbeiten, die außerhalb des Sichtfeldes des Baggerführers stattfanden, erforderten höchste Konzentration und Koordinierung aller Beteiligten. Nur so war es möglich das Bohrgestänge Stück für Stück einzubohren.
Als weitere Erschwernis stellte sich der geringe Abstand zwischen dem am Ausleger befestigten Bohrmotor und der gläsernen Hausfassade heraus. Wie bereits bei vielen anderen Projekten bewies unser Baggerführer äußerstes Fingerspitzengefühl. Die Gewipfähle werden künftig die Lasten des mehrgeschossigen Anbaus abtragen.